„Die Menschheit zur Freiheit bringen, das heißt, sie zum Miteinander reden bringen.“ Karl Jaspers (1883-1969), dt.Philosoph
…und die Menschen reden miteinander, mehr als jemals zuvor. In unzähligen Foren, Wikis, Social Networks oder Blogs unterhalten sie sich, bewerten, vervielfältigen, produzieren und konsumieren, kurzum “prosumieren” Inhalte jeder Form und Farbe. Und mit diesen überdimensional und hoffnungslos unüberschaubaren Gebrabbel im Internet geht die Veränderung der Arbeitswelt einher, folgt die Forderung nach Struktur und clever integrierten Sozialen Medien in den Arbeitsalltag. Mehr noch, die Forderung nach Flexibilität innerhalb des persönlichen Workflows mittels technologischer Unterstützung und der entsprechenden Haltung des Unternehmens dazu wird größer.
Die dafür bereitstehende Lösung heißt: “Enterprise 2.0“, Effizienz getriebene, Schwarmintelligenz anzapfende und alles flexibilisierende Company Social Networks. Doch was passiert mit der von der Menschheit erreichten Freiheit durch das Miteinander reden in der Zukunft? Werden Unternehmen perspektivisch nur noch einige wenige feste Angestellte beschäftigen, während außerhalb der Unternehmenssphere Freelancer zu Hauf innerhalb der jeweiligen Enterprise-Netzwerke agieren? Werden Personaler der Zukunft mitunter kaum noch Vorstellungsgespräche erleben, sondern sich an selbstdefinierten KPI´s á la KLOUT orientieren und Mitarbeiter aus einer Datenbank von Freischaffenden akquirieren?
Eigentlich habe ich nichts dagegen. Einige meiner Kunden habe ich erst nach einem halben Jahr der Zusammenarbeit persönlich kennengelernt und trotzdem sind sehr gute Ergebnisse entstanden. Der Dialog wird effizient, vor allem durch Enterprise 2.0-Lösungen. Projekt bezogene Think-Tanks werden digitalisiert und mit den nötigen Kompetenzen versorgt, Kommunikation wird transparent und stringent, cc-Belästigungen (damals, als das Internet noch mit der E-Mail funktionierte
) werden obsolet. Doch das soziale Miteinander wird hierbei ebenfalls technologisiert. Ich glaube, dass die Zukunft der internen Kommunikation nicht mit der Steigerung von Effizienz und Effektivität zu kämpfen haben wird. Das erledigen die immer besser werdenden Enterprise Social Networks, wie yammer und Co. Ich glaube, dass die Aufgaben der internen Kommunikation künftig große Herausforderung sozialer Integration bewältigen werden muss, Kontraste zur “Digitalisierung” finden wird. Eines bleibt dabei für mich eine Wahrheit: Die Zukunft der Arbeit ist immer auch die Zukunft der Kommunikation und die Zukunft der Kommunikation, die Zukunft der Arbeit.