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Mosel trinken 2013 – oder wie ich lernte den Riesling noch mehr zu schätzen

Seit einigen Monaten folge ich den Beiträgen der “Wein-Tageszeitung im Netz” CaptainCork auf allen verfügbaren Kanälen. Wein-Content ganz nach meinem Geschmack, weil frisch, weil unverbraucht, weil losgelöst von konservativen Maximen – keine Diktatur des Vinovokabulars (oder so). CaptainCork holt nicht nur die Profisommeliers, sondern auch Freizeit-Weinskipper wie mich inhaltlich und sprachlich ab.

Kaum habe ich mich an die Geschichten vom Captain gewöhnt, trudelt auch schon Flaschenpost ein. Im Rahmen von #Moseltrinken2013 konnte ich einen ganz großartigen Riesling probieren und beschreiben. Das Probieren an sich ist kein Problem, das öffentliche Beschreiben ist für mich jedoch neu.

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Fangen wir also mit dem Offensichtlichen an. Es handelt sich bei dem guten Tropfen um eine Flasche Riesling “Alte Reben” 2013 aus dem Hause Carl Loewen. Auf der Website des Weingutes sagt man über die Alte Reben folgendes: “In unserem Riesling >Alte Reben< werden die Trauben von mindestens 50 Jahre alten Reben geerntet. Teilweise sind die Weinberge in den ersten Nachkriegsjahren gepflanzt worden. Die Erträge dieser Weinberge sind mäßig, die Reife der Trauben allerdings außergewöhnlich. Vollreifes, goldgelbes Erntegut lässt mein Herz höher schlagen” Wow! Das klingt vielversprechend.

Tatsächlich wirken Flasche und Etikett ehrwürdig, gediegen und anmutig. Bis hierher greift die Begeisterung des Winzers auch bei mir. Aber schon seit meiner (gefühlt 1000 Jahre her) Arbeit zum Thema Verpackungsdesign ist mir auch klar, der Marktschreier Verpackung ist am Ende nur der Kommunikator. Auf den Inhalt kommt es natürlich (im wesentlichen) an.

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Im gefüllten Glas findet sich ein goldgelber  (das habe ich doch eben schon geschrieben?!) klarer Tropfen wieder, der in der Nase zitronige, vielleicht sogar mandarinige (kann man das so schreiben?) Frische, eine milde Säure mitbringt. Das erinnert an laue Sommernächte, an Obstfelder, an gesellige Runden an einem Freitag Abend. Und was der Geruch bereits als Prophet angekündigt hat, will der Gaumen dann bestätigen. Ein (vielleicht dem biblischen Alter geschuldet) absolut nicht aufdringlicher, frischer Geschmack und eine angenehme milde Säure lassen mich, als Riesling-Neuling, ins Schwärmen geraten.

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Bisher hat es mich vor allem gereizt Weine
jenseits der deutschen Grenzen zu genießen, doch seit einigen Monaten und nach meinem Besuch im Schwabenland (wir berichteten nebenan beim Social Media Dinner) , steht der Riesling bei mir ganz weit oben in der Lieblingsweinliste. Ich bekomme Lust auf eine große Schale frischer Erdbeeren und will unbedingt ein zweites Glas genießen.

Aber irgendwie will ich den Wein nicht in ein Mahlzeitenbegleitkorsett stecken. Was das Beste an dem Wein für mich ist? Der “Alte Reben” 2013 von Carl Loewen ist für mich ein geselliger Wein. Ich möchte ihn mit Freunden teilen und bei untergehender Sonne auf das gute Leben anstoßen! Seine (vielleicht altersbedingte) Erhabenheit verleitet genau dazu. Großartig! Und vielen Dank an den Captain für diese sommerliche Versuchung!

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